Mobile Lehrbaustelle 02

Lehrbaustelle 2

 

Gewerkeübergreifender Bau

 

Methodik

Anhand von Beispielen wird dargestellt, wie unterschiedliche, in der Region häufig anzutreffende Hausbautypen energetisch saniert werden können. Das Augenmerk richtet sich dabei auf das qualitätsorientierte Zusammenwirken aller am Bau beteiligten Gewerke. Die in der Lehrbaustelle eingebaute Messtechnik hilft Auszubildenden und Meistern, bauphysikalische Grundprinzipien durch praktisches Erleben besser zu verstehen. Die Demonstration verschiedener Wandaufbauten veranschaulicht, wie die gesetzlichen Vorgaben zum Klimaschutz im Baubereich realisiert werden können. Der Umgang mit modernen und traditionellen Baustoffen wird genauso geschult, wie der sichere Umgang mit digitalen Berechnungshilfen für den Wandaufbau und energetische Kennwerte.

Beschreibung und Aufbau der Lehrbaustelle

Analog zur maßstabsgetreuen Gebäudeausstellung im Praxiszentrum für Energieeffizienz und energetische Gebäudesanierung im Bildungscampus Rohr wurden drei Standardhaustypen in transportablen Kleinformaten erstellt, an welchen grundlegende Bau- und Sanierungsprinzipien demonstriert, erprobt und visualisiert werden können.

Baulich umgesetzt wurden ein saniertes Fachwerkhaus neben einem modernen Holzrahmenbau, ein EW 65 (DDR Standardhaus) mit Hohlblock- (alt) und Gasbeton- (neu) Mauerwerk sowie ein Gründerzeithausmodell im sanierten und unsanierten Zustand.
An den Hausmodellen kann die fachgerechte, energetische und gewerkeübergreifende Sanierung von Standardhäusern erlernt werden.

 
Entwurf des Bau-Modells Installation des Bau-Modells Ausbau des Bau-Modells
 

Die Wand- und Dachaufbauten der insgesamt sechs Hausmodellhälften wurden mit Temperatur- und Feuchtefühlern versehen. Mittels dieser Messfühler können Temperaturverläufe in Wand und Dach sowie die Ausbreitung von Feuchtigkeit im Bauwerk nachgewiesen werden. Damit wird in der Ausbildung Unsichtbares sichtbar gemacht. So soll erreicht werden, dass die energetische und die wertsteigernde Wirkung qualitativ hochwertiger Bauausführung für jedermann nachvollziehbar wird.
Computertechnisch errechnete Kennwerte (Energiebedarf, Wärmeverlust, Wärmedurchlass, Feuchteverlauf) können den tatsächlichen Messwerten gegenüber gestellt werden.

Die Hausmodelle können mittels Fußbodenheizung temperiert werden. Die damit erzeugte Regeltemperatur im Gebäudeinneren ist erforderlich, um die Dämmungs- bzw. Wärmedurchlasseigenschaften der unterschiedlichen Wand- und Dachstrukturen wirksam werden zu lassen.
Bildgebende Messmittel (Wärmebildkamera) kommen zum Einsatz, um Möglichkeiten der Wärmebrückensuche an den drei Hausmodellen zu demonstrieren. Bauliche Schwachstellen werden identifiziert. Die Wirkung erfolgreicher Isolation im sanierten Zustand wird ebenfalls sichtbar gemacht.

Lernziele

Die Lehrbaustelle „Gewerkeübergreifender Bau“ verkörpert modellhaft und mobil die Bildungsinhalte der energetischen Gebäudesanierung. Die besonderen Lehreigenschaften bestehen darin, dass auf engstem Raum praktisches Wissen zur energetischen Gebäudesanierung, zum klimaschonenden Bauen und zur Gebäudeanalytik vermittelt werden können. Berechnungen von U-Werten und damit korrespondierende Wand- und Dachschichtaufbauten erfolgen mittels Softwareanwendungen. Durch die in den verschiedenen Wand- und Dachstrukturen eingebauten Messfühler können die Soll- und Istwerte verglichen und ausgewertet werden. Des Weiteren wird aus den ermittelten Werten eine thermische Simulation erstellt, welche nicht nur den Wärmebedarf bestimmt, sondern auch den sommerlichen Wärmeschutz berücksichtigt. Hiefür wird auf Wärmespeicherfähigkeit der Bauteile, Aussenklima, Verschattung und Lüftungsverhalten näher eingegangen.

Ebenso wird die finanzielle, energetische und klimaökologische Amortisationszeit der Sanierungsmaßnahme ermittelt. Dies erfolgt anhand der in den Modellen verwendeten Materialien. Bildgebende Messmittel wie die Wärmebildkamera ermöglichen das Aufspüren von Wärmebrücken bei den unterschiedlichen Bauausführungen.
Der fachgerechte technische Aufbau von Wandschichten, der richtige Einbau von Dampfsperren und die Verarbeitung verschiedene Bau- und Dämmstoffe kann geübt werden.
Zusätzlich zu den drei mobilen Hausmodellen gibt es Modellrahmen und zwei Baustofftheken, mit welchen natürliche Baustoffe praktisch kennengelernt werden.

Baustofftheke-Bild 1 Baustofftheke-Bild 2 Baustofftheke-Bild 3